MAC Herrentour an die Mosel (14.-16.8.2026)
Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn die Mosel liegt so Nahe“, führte die diesjährige Herrentour 17 bestgelaunte MACler u.a. nach Bernkastel-Kues zum Nostalgie und Oldtimer Museum „Zylinderhaus“. Das gesamte Wochenende wurde von Sonnenschein und sonst nur aus Südeuropa gewohnten Temperaturen jenseits der 30er-Marke begleitet.
Freitag, den 14.8.2026 begann das Programm zunächst in Mülheim an der Mosel mit einer Weinprobe im Traditionsweingut Dr. Leimbrock, zu der bis auf eine Ausnahme alle pünktlich erschienen waren. Ausgerechnet Organisator Friedel Lang musste das akademische Viertel in Anspruch nehmen, nachdem sein Hitze-erschöpftes Smartphone bei der manuellen Kühlung im Fahrtwind ungefragt ein heimatliches Zwischenziel hinzugefügt hatte und ihn, als Stauumfahrung „getarnt“, wieder nach Hause schicken wollte. Trotz unfreiwilliger doppelter Fahrt durch den Stau am Kreuz Bliesheim kam er aber noch pünktlich zur ersten Verkostung, einem Weißburgunder, natürlich begleitet von süffisanten Kommentaren der Anwesenden, die er dank seiner Schwerhörigkeit zum Glück nicht alle mitbekam.
Die trinkfeste Senior-Chefin, Ulrike Leimbrock, führte hingegen gut verständlich, eloquent und unterhaltsam durch die Produktwelt der zwischen 30 und 80 (!) Grad steilen Riesling Lagen und beantwortete auch spontane Fragen schlagfertig. So gilt für „Alte Reben“ eigentlich ein Alter von 50 Jahren, i.d.R. werden sie aber schon ab 30 so bezeichnet. Ferner konnten alle Anwesenden einen guten Eindruck vom Arbeitsalltag und den Problemen der Steilhang-gesegneten aber auch -geplagten Moselwinzer gewinnen. Nach den 8 verschiedenen Weinschoppen (u.a. div. Brauneberger Juffer und Mülheimer Sonnenlay) folgte das Wein-Shoppen bei dem Frau Leimbrock zahlreiche Bestellungen notieren durfte.
In immer noch aufrechtem Gang zog die Karawane dann zu Fuß zurück zum Standort-Hotel Weisser Bär, um dort pünktlich um 20:00 Uhr ein von allen als schmackhaft empfundenes Moselländisches Menü einzunehmen. Neben Rinderbug stand alternativ auch „Zander auf Gräwes“ zur Wahl (letztgenannte Winzerkost bitte selbst googlen). Bereits nach der Vorspeise gab es für den Organisator vom Präsidenten als Club-Dankeschön schon „Vorschusslorbeeren“ in Form von 3 originellen und ob der Herkunft überraschenden Mosel-Malt-Whisky-Proben. Nach dem Motto „Für Friedel aus Briedel“.
Am nächsten Morgen ging es auf eigener Achse nach Bernkastel-Kues. Bei der Führung im Zylinderhaus wurde zunächst von beiden Guides zunächst auf die symbolträchtige und namengebende Außenfassade verwiesen, deren Lampen schwarzen Zylinderhüten nachempfunden sind, aus denen dann doppeldeutig Kolben und Pleuel hängen.
Die als altes Fabrikgebäude neu erbaute Museumshalle überzeugt mit einer Vielzahl, vorwiegend deutscher und österreichischer Exponate und mit liebevoll gestalteten Ladenlokalen. Selbst ein gigantisches, ursprünglich mit hölzernen Lochkarten gesteuertes Orchestrion wurde am Ende zum Erklingen gebracht und erweiterte unsere Gruppe „schlagartig“ um die restlichen Besucher der Museumsetage.
Nach einem Mittagessen im dazugehörigen Restaurant ging es zurück zum Hotel. Dort gab es dann eine Verschnaufpause, bzw. BMW im Angebot: Beschauliche Männer-Wellness.
Aufkommende Sturmböen brachten zunächst willkommene Kühlung, dann aber auch eine gefährliche Rauchwolke, die aus einem Großfeuer im belgischen Hohen Venn stammte und zu Warnhinweisen mittels Gefahren-App führte. Nach kurzer Diskussion und Abstimmung wurde trotz anfänglicher Bedenken gegen 17:00 Uhr direkt vom Hotelsteg aus die programmgemäße Dampferfahrt auf der mit am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas angetreten, zwecks Abendessen in Bernkastel. Die Rückfahrt vom Ziellokal, Alter Moselbahnhof, erfolgte dann per Sammeltaxi, bis auf drei sportliche Wanderer, die zu später Stunde noch den 1 ¼ stündigen Fußweg an der Mosel bevorzugten. Kompliment an Felix Binsack, Walter Hollmann und Jörg Ziolkowski. Beim Ausklang im Hotel waren dann alle wieder vereint.
Ein besonderes Highlight wartete am Sonntag auf den auf 15 Aktive geschrumpften MAC-Tross. Im Neumagen-Dhron, dem ältesten Weinort Deutschlands, ging es an Bord des 2007 (mit EU Mitteln und viel Bürgerengagement) nachgebauten Römerschiffs „Stella Noviomagi“. Es folgte eine mit sachkundigen Erklärungen, Wein und Softdrinks begleitete „Kreuzfahrt“ auf der im Gegensatz zum Rhein noch sehr wasserreichen Mosel, vorbei am Reben Amphitheater, einer der größten zusammenhängenden Steilhang-Rebfläche, und der Mosel-Loreley. Dabei handelt es sich um ein 120 m hohes Felsmassiv, das in der Nähe von Piesport aus dem Wasser ragt, allerdings ohne die vom Rhein bekannten romantisierenden Legenden oder Sagen ihrer größeren Schwester. Stattdessen wurden hier von 1937 bis 1939 Erze abgebaut. Zwei dazu in den Fels getriebene Stollen sind noch heute gut erkennbar.
Nach zweistündiger Fahrt auf der 18 m langen Galeere (mit Motorkraft) löste sich der Verbund für die Heimreise auf, wobei einige noch die örtliche Pfarrkirmes für Kaffee, Kuchen oder Fleischimbiss nutzten, während andere auf dem Rückweg noch die Weinbestellung vom Freitag aus den kühlen Räumen des Weinguts in die unfreiwillig auf Backofentemperatur vorgeheizten Kofferräume umluden.
Nach Kenntnis des Autors und Organisators haben alle wieder pannenfrei und bei immer noch guter Laune die Heimatdestination erreicht und können bei den kommenden Clubabenden den Daheimgebliebenen noch ihre eigenen Eindrücke vermitteln.
Text: Friedel Lang






