Der MAC 1904 e.V.



Das Automobil als Kulturgut


Nur wenige Automobil­clubs können schon heute auf ein über 100-jähriges Jubiläum zurückblicken. Der MAC gehört als einer der ältesten Automobil­clubs im Westen dazu und feierte bereits im Jahr 2004 ein solches Ereignis. 1904 noch als Cölner Motorradfahrer-Vereinigung gegründet, nannte man sich schon kurz darauf nach der Aufnahme der ersten Automobilisten Cölner Motorfahrer-Vereinigung. 1911 folgte die Namens­änderung in Mittel­rheinischer Automobil-Club 1904 Köln. Hervorzuheben bleibt, dass sich der Club bis heute als traditioneller Herrenclub versteht. Bereits in den 20er Jahren begann man mit der Austragung von Autorennen in der Eifel, von denen bis heute das 1924 erstmals ausgetragene „Turnier des Westens“, jetzt als Oldtimer-Rallye, fortgeführt wird. Auch bei der Eröffnung des Nürburg­rings 1927 waren MAC Mitglieder aktiv als Funktionäre und Förderer zugegen. Die Verdienste und Leistungen des MAC für den Motorsport sowie sein Engagement für die Reali­sierung und den Ausbau des Nürburg­ringes wurden 1962 vom damaligen Bundeskanzler, Dr. Konrad Adenauer, durch einen Empfang im Bundeskanz­leramt gewürdigt. Dabei übernahm er die Schirm­herrschaft für das Turnier des Westens und es wurde der Ehrenpreis des Bundes­kanzlers ausgeschrieben. Dieser Tradition fühlten sich seitdem alle Amtsnach­folger verpflichtet.

Die zunehmende Massen­motorisierung verschlechterte in den 50er Jahren die Rahmen­bedingungen für Automobil­sport­veranstaltungen, wobei die Geschwindigkeits­begrenzung auf 50 km/h in geschlos­senen Ortschaften beispielhaft erwähnt sei. Auch verlor die Schönheits­konkurrenz zunehmend an Attrak­tivität und wurde zwischen­zeitlich eingestellt, als die IAA in Frankfurt beinahe zeitgleich abgehalten wurde.

Als in den sechziger Jahren das Gebrauchs­auto zunehmend als Vorzeige­objekt an Bedeutung verlor, erlebten die Veteranen­fahrzeuge eine Renaissance und mit ihnen das Turnier des Westens. Ausgehend von ca. 5 Veteranen­fahrzeugen, die in den Fünfzigern geduldet wurden, stieg deren Zahl in den Sechzigern und Siebzigern kontinuierlich, bis das TdW sich ausschließlich als Veteranen Rallye bis in die heutige Zeit verstand.

Im Jubiläumsjahr 2004 wurde die Gala im altehr­würdigen Gürzenich abgehalten, bei der zahlreiche prominente Redner wie Staats­sekretär Rudolf Körper, Regierungs­präsident Jürgen Roters und Kölns erster Bürgermeister Josef Müller dem Club ihre Glückwünsche aussprachen. Der Automobil­sport wurde von namhaften Persönlich­keiten wie ADAC Ehren­präsident Otto Flimm als Festredner und dem ASC-Präsidenten Dieter Hermann vertreten, die sich mit dem MAC Präsidenten Dr. Klaus Zepp das Rednerpult teilten und zusammen mit den übrigen Ehren­gästen Präsente und Auszeichnungen überreichten, die nun die Club-Vitrine bereichern.

Ein weiteres dauer­haftes Highlight war ein Empfang der Stadt Köln im Senatssaal des historischen Rathauses, bei dem sich die anwesenden Mitglieder im Gästebuch der Stadt eintragen durften. Natürlich erfolgte die Anreise stilecht in histo­rischen Fahrzeugen, die sich vor der imposanten Gebäude­kulisse der Kamera des Presse­fotografen präsentierten. Der Tradition folgend führte auch das Turnier des Westens 2004 nach zwischen­zeitlich geänderten Zielen erstmals wieder nach Bad Neuenahr und zählte, passend zum Jubiläum, mehr als 100 Teilnehmerfahrzeuge.

Auch im 2. Jahrhundert seines Bestehens lassen die Aktivitäten des Clubs und seiner Mitglieder nicht nach. Regelmäßige Ausfahrten in die nähere Umgebung, die traditio­nellen Frühjahrs- und Herren­touren zu entfernteren Zielen sowie die monatlichen Clubabende mit interes­santen Besichtigungen und Vorträgen finden bei der wachsenden Teilnehmer­zahl großen Anklang. Auch im Rennsport sind MAC-Mitglieder mit nennenswerten Erfolgen aktiv, so z.B. bei der ADAC Youngtimer Trophy.

Das überarbei­tete Konzept des Turnier des Westens sieht mittler­weile wieder eine Übernachtung am Zielort vor, der allerdings von Jahr zu Jahr wechselt, um somit mehr Abwechslung in die Veranstaltung zu bringen. Kürzlich konnte ein TdW Pokal aus dem Jahre 1928 aus dem Nachlass eines ehemaligen Teilnehmers erworben werden, der an die guten „alten“ Zeiten erinnert, ebenso wie die zahlreichen Plaketten, die auf Sammler­börsen und Oldtimer­messen regelmäßig gehandelt werden.

Obwohl in der heutigen Zeit die gesell­schaftliche Bedeutung des Vereins­wesens rückläufig ist, sind die Verantwort­lichen des MAC zuver­sichtlich, auch zukünftig noch viele Freunde in der Region zu finden, die sich dem Automobil als Kulturgut mit großer Hingabe widmen. Möge in diesem Sinne auch das Turnier des Westens weiterhin hohe Teilnehmer­zahlen und groß­zügige Sponsoren anlocken.